Ideen & Anregungen > Gemeinschafts"Label&qu...
Sherryly 01.07.2008 14:32Seit einiger Zeit beschleicht mich das Gefühl, dass sich bei Dawanda mehrheitlich die Macher (i.S.v. Anbieter) tummeln und weniger die, die wir eigentlich doch alle suchen und hier zu finden hoffen: die Interessenten als potenzielle Käufer. Und so wird das Ganze zunehmend zur "l'art pour l'art" - wir begeistern Leute, die schon begeistert sind. Was also tun?
Mir kam die Idee, ein Label zu gründen (bitte nicht gleich auf mich einschlagen ... lasst mich ausschreiben). Also, ich denke, dass die Konsumwelt nun mal so ist, wie sie ist: Label-fixiert. Und das ist ja nicht NUR schlecht: Ein Label gibt Orientierung, man weiß, welche Qualität man in etwa zu erwarten hat, wie die Größen ausfallen und signalisiert Lebenstil (zugegebenenmaßen real fast ausschließlich ziemlich oberflächliche Einstellungen).
Was also, dachte ich mir, wenn man das bewährte "Marketiningstrument Label" im Sinne von "Markenzeichen" als eine Art Meta-Markenzeichen für etwas, das gerade keine Marke im herkömmlichen Sinne ist, einsetzt, sondern wo die gemeinsame Idee, Einstellung und Philosophie die "Marke" ist. Wen sich also "Gesinnungsgenossen" zusammen finden und ein Label gründen, das die Indivualität, die Handarbeit, das Herzblut, den Nicht-Mainstreamer reflektiert?
Für einen allein wäre das unrealistisch, weil viel zu teuer. Wir können den Wert unserer Arbeit, wenn wir den Zeitfaktor inkludieren, ohnehin nicht im Preis abbilden.
Was also, wenn wir das Thema "Label" zunächst einmal konkret in ein Etikett umsetzen. Einen Namen hätte ich auch schon dafür vorzuschlagen: "no bulk", was so viel heißt wie: Keine Massenware (der Name "Dawanda" ist zwar sehr originell, aber leider wenig einprägsam und klingt auch ein bisschen nach Handarbeitsliesel. Jedenfalls sind das meine seit knapp einem Jahr gesammelten Erfahrungen/Beobachtungen. Weiß - nebenbei gefragt - jemand, wie der Name "Dawanda" zustande kam? - Außerdem müsste eine solche Aktivität dann auch von Dawanda ausgehen).
Zurück zum "Label": Dieses Etikett müßten wir designen (lassen) und dann als Textil-Etikett zum Einnähen oder Ein-/Ankleben (Textil- bzw. Webetikett wegen der Wertanmutung sollte es schon sein) produzieren ließen. Man könnte auch "no bulk-product by .... " drucken und dort, wo die Pünktchen stehen, würde jeder seinen (Künstler-)Namen handschriftlich eintragen. Ja, wir könnten sogar jedes Etikett mit individueller Nummer drucken lassen - das würde die Einzigartigkeit des Stückes noch betonen - so wie limitierte Exemplare von Kunstdrucken. Das ganze könnte für Klamotten ebenso verwendet werden wie für Schmuck, Spielzeug u.v.a.m.. Die Dawanda-URL könnte man auch noch mit abbilden. Das würde dem Käufer helfen sich zu erinnern, wo er es gekauft hat, wenn er wieder mal Lust auf "Einzigartiges" hat.
Solche Etiketten werden mit zunehmender Stückzahl dramatisch billiger. Wenn sich also einige von uns zusammen fänden und sich die Kosten teilten, wäre das durchaus erschwinglich und damit im Bereich des Machbaren. Meine konkrete Frage nun in die Runde der Dawandarer/innen: Wäre jemand dabei bzw. was haltet Ihr von der Idee?
Gruß
sherryly
chinguri 01.07.2008 15:12... feine idee!
kann ich mir auch gut vorstellen, dass das klappt:
ich bin grafiker und komme aus der werbebranche ;-)nur "no bulk" klingt negativ (no) und nach bullshit :-) sorry!
meiner meinung und erfahrung nach, funktioniert ein positiv-begriff besser. also nicht "keine massenwahre" sondern "einzigartig"!
und dafür einen schönen namen...lasst uns kreativ werden _ uli
dickespaulinchen 01.07.2008 15:43Hallo!
Nicht böse sein, aber für mein Gefühl widerspricht das genau dem, was Dawanda sein soll und weswegen ich persönlich es hier auch toll finde (und ich finde nicht alles toll hier): Hier sollen eben keine "Marken" verkauft werden, sondern Eigenkreatonen von z.T. Hobby"werklern", selbstentworfen, selbstgestempelt, geklebt, wasweissich, wie professionell die oder der einzelne dann doch ist, ist unterschiedlich.Sicher hatte sich manch einer hier mehr Umsatz erhofft. Aber die einzige Methode, dem Abhilfe zu schaffen ist meiner Meinung nach, Dawanda bekannter zu machen und zwar zuallererst mal im eigenen Bekanntenkreis, (hab ich grad gemacht mit einer hübschen bunten Liste von ganz unterschiedlichen Artikeln, man muss ja nicht nur Werbung für sich selbst machen, das wäre mir jetzt gar nicht so angenehm...)
Ausserdem wäre bei einem Zusammenschluss mehrerer Dawandianer ja gar nicht gewährleistet, daß dann wirklich bei allen dieselbe Qualität und Größe und Verarbeitung usw. besteht, ob da dann alle zufrieden zu stellen sind?
Aber vielleicht habe ich auch gar nicht verstanden, was Du genau meinst, möchtest Du evt. ausserhalb der Dawanda-Plattform verkaufen?Ich fände es jedenfalls komisch, wenn sich jetzt ein Grüppchen von Leuten bildet, die versuchen wollen die anderen, die nicht dabei sind, mit so einem Zusammenschluss "zu toppen".
Bin mal auf die entstehende Diskussion gespannt...
LG, Katharina
chinguri 01.07.2008 16:08@d.paulinchen: natürlich hast du auch recht!
genaugenommen ist ja "dawanda" die marke, die für eine ganz bestimmte zielgruppe und handgemachte unikate steht.
und das muss bekannt gemacht werden und sich rumsprechen ...
dazu kann jeder hier beitragen.
Casa-di-Falcone 01.07.2008 16:15Ich schließe mich Katharinas Meinung an, denn ...
... eigentlich gibt es schon eine Marke bzw. Label, und zwar "DaWanda". Denn (fast) jeder Verkäufer hier versucht einzigartige Dinge zu kreieren. Wir alle müssen dafür sorgen, dass DaWanda bekannter wird. Das DaWanda-Logo (welches mir persönlich gut gefällt) dürfen wir Verkäufer auch für unsere Visitenkarten, Internetseiten und andere Medien nutzen.
Über Qualität der Produkte läßt sich zwar nicht streiten, aber wie will man denn die Qualität oder Einzigartigkeit garantieren? Und nach welchen Maßstäben beurteilen?
Denn jeder hat eine eigene Meinung, seinen eigenen Stil und Geschmack und da geht es schon los: soll man einen Shop ausschließen, weil die Produkte einem anderen Verkäufer, der mitmacht, optisch nicht gefallen?
Ich persönlich bin sehr zufrieden hier und brauche kein neues Label. Ich versuche mit meinen Produkten eine eigene "Marke" zu schaffen und bisher klappt das auch ganz gut. So bin ich auch flexibel und unabhängig, falls ich mit Jemandem zusammenarbeiten möchte, kann ich das jederzeit tun, bin aber zu nichts verpflichtet, ausser einem: dass meine Produkte handgemacht oder selbstdesigned sein müssen.
LG, Anna
Sherryly 01.07.2008 17:33Leute .... es geht mir doch nicht um den Namen. Dann nehmen wir eben DaWanda als Marke/Label. Also: Wer interessiert sich für eine DaWanda-Etiketten-Gemeinschaftsproduktion?
Und: Natürlich können wir keinen einheitlichen Qualitätsstandard garantieren, weil wir ja alle einzigartig sind - das waren doch nur Beispiele für die Wirkungsweise eines Labels. Aber wir können doch unsere gemeinsame Philosophie der Handarbeit("signalisiert Lebenstil" habe ich auch geschrieben)per Label der Welt mitteilen.
Und was das "DaWanda bekannter machen" betrifft: Da schlagen inzwischen zwei Herzen in meiner Brust. Ich habe bereits einiges unternommen (Flyer, Leute regelrecht genötigt, ihren Kauf hierüber abzuwickeln, obwohl sie das Teil schon direkt bei mir gekauft und bezahlt hatten - nur um sie mit der Plattform in Kontakt zu bringen)und mir zum Teil ziemlich böse Reaktionen eingehandelt, die allesamt unter dem Dach "Zumutung" zusammengefasst werden können. Die Plattform hier ist nicht sehr käufer-ergonomisch - vorsichtig ausgedrückt. So zum Beispiel die Produktsuche. Keinen Käufer interessiert es, ob etwas gestrickt, geklebt, gesägt oder gebrannt wurde - das interessiert allenfalls uns als "Macher". Er sucht einen bestimmten Gegenstand: einen Pullover, eine Kette, ein Kleid, einen Tisch, eine Vase etc. Er sucht nicht nach "Perlen" oder "Genähtem" oder "Designtem". Und die einzig mögliche Volltextsuche überschwemmt einen, so dass man nur noch verzweifelt das Kreuz rechts oben sucht.
Diesem Übel ist aber auch nicht mit einem Label abzuhelfen. Aber ein Label könnte dem Käufer stärker das Gefühl geben, etwas Besonderes gekauft zu haben (funktioniert milliardenfach) und hilft seinem Gedächtnis auf die Sprünge vielleicht mal wieder danach zu suchen. Ist es noch niemandem von Euch passiert, dass er ein Teil in den Händen hatte und nicht mehr wußte, welche Marke das ist und wo er es gekauft hat? - Genau das aber ist die ursprüngliche Funktion eines Labels: Informationen zu geben.
dickespaulinchen 01.07.2008 20:00Also wenn es Dir nur um das Etikett als solches geht, die kriegst Du auch ganz billig bei namensbaender.de oder Dortex.
Auf meinen Sachen ist immer ein Label von mir, z.T. mit URL, und es kamen auch schon Anfragen von Leuten, die das bei jemand anderem gesehen hatten. Im Moment nehme ich selbst auf T-Shirt-TransferFolie gedruckte, das ist für gestrickte Sachen bestimmt eher nicht so toll, aber wie gesagt, Dortex, namensbaender, ab 50 Stück für unter 20 €, das kann sich glaub ich jeder leisten.Wie gesagt, ich find hier auch nicht alles toll, und natürlich spricht so eine Internetplattform vor allem eine bestimmte Käufersorte an, und manch anderer wird davon regelrecht abgeschreckt, das ist natürlich schade. Aber da hilft vielleicht nur Geduld und Beharrlichkeit (im positiven Sinn).
LG, Katharina
maedchenschatz 01.07.2008 22:19Hallo Ihr Lieben,
also ich habe wie Katharina ein eigenes Label. Entweder nähe ich mein Label mit ein oder hänge an meine Möbelteile ein Schnippelchen mit Name und DaWanda-Adresse.
Ich mache durch meine Schnippelchen natürlich auch Werbung für DaWanda, aber in erste Linie (Asche über mein Haupt ;)) für meinen Shop! DaWanda ist für mich eine Verkaufsplattform (eine ganz nette :)) für mich, hier kann ich meine Sachen verkaufen, aber DaWanda sind nicht meine Sachen *ist ein wenig verwirrend*....
Ich hoffe Ihr versteht mich ...
Liebe Grüße
Alex
liebevoll 02.07.2008 00:34Hallo zusammen!
Ich habe mir gerade mal alles in diesem Thread zu Gemüte geführt.
Zuerst: klar, es gibt Dinge hier auf DaWanda, die benutzerfreundlicher laufen könnten. Andererseits ist das aber auch eine Sache der Gewohnheit.
Zu den Etiketten: für mich z.B. wäre das -zumindest was meinen Schmuck angeht- wohl nichts. Stelle mir gerade vor, wie Mädels mit meinen Ohrringen durch die Stadt laufen und an einem Ohr baumelt ein Zettelchen mit dem DaWanda-Logo ;o)
DaWanda: Habe mich auch schon oft gefragt, wie der Name zustande kam, aber muss dazu folgendes sagen: bis jetzt konnte sich den aus meinem Bekanntenkreis eigentlich jeder merken, eben weil er ziemlich außergewöhnlich ist.
Hätte da evtl. einen Vorschlag: DaWanda in Berlin gibt z.B. für die Promo-Taschen (wenn ich richtig informiert bin) Flyer raus.
Vielleicht wäre es ja möglich, die so umzugestalten, dass man seinen Shopnamen und/oder URL eintragen kann, um sie zu verteilen und mit zu den Verkäufen zu legen. (Wahrscheinlich nur gegen einen Unkostenbeitrag möglich.)
Dann würde man sowohl Werbung für diese Plattform, als auch direkt für sich machen.Viele Grüße
my-meerkat 02.07.2008 09:19also soweit ich weiß, stammt Dawanda aus einer afrikanischen Sprache und bedeutet "Die Einzigartige".
Ich glaub, das stand bei den Presseartikeln irgendwo drin.
Liebe Grüße
Doro
wattenkind 02.07.2008 10:58Hallo Sherryly,
ich habe nicht ganz verstanden, wo Du dann mit der Gruppen-Marke präsent sein möchtest. Auch bei DaWanda oder auf einer eigenen Plattform, Geschäft etc?
Ich denke, eine Marke zu etablieren ist generell eine tolle Idee, allerdings bei Unikaten sehr schwierig. Da ist ja quasi "Unikat und selbstgemacht" die Marke und eben nicht Oilily, Esprit etc. Ich versuche deshalb, mir eine eigene Marke aufzubauen und mir Nischen zu suchen, anstatt mich mit den Großen messen zu wollen. Ich glaube, manchmal funktionieren Zusammenschlüsse auch ohne offizielle Marke, so wie in Magzinen für neues Berliner Design geworben wird, obwohl die Betreffenden völlig unabhängige Geschäfte haben. Natürlich wär es schön, wenn DaWanda auch als Marke für Unikate steht, aber ich denke, ein Trend kann sich nur natürlich entwickeln. Zum Qualitätsanspruch habe ich inzwischen eine andere Meinung. Vor vielen Jahren als Frischling-Dipl.-Designerin dachte ich auch, Qualität, Design, vielleicht sogar Kunst ist sooo überlegen. Inzwischen weiß ich auch die vielen kleinen Serviettenechniker zu schätzen, die oft sogar mehr Umsatz auf den Märkten machen als anspruchsvolles Design. Mir gefällt es an DaWanda, dass es hier alles gibt.
Aber das Problem vom Im-eigenen-Saft-Schmoren ist natürlich da. Trotzdem, jeder neue Anbieter ist auch ein potenzieller Kunde. Wer Porzellan herstellt, kauft vielleicht Textilien etc.
Ein großes Problem, das zumindest meine Freunde von DaWanda abgeschreckt hat , is ja jetzt gelöst: DaWanda ist endlich schneller! Und das mit den besseren Suchoptionen kriegen wir auch noch hin, das kriegt Berlin ja hier im Forum öfter u hören!
Liebe Grüße,
Wattenkind



