Business > erfahrungsaustausch kommission
fraeuleinherz 27.05.2008 20:32hallo liebe kollegen,
das thema "verkaufen in läden auf kommissionsbasis" begegnet mir immer wieder. da ich aus den bisherigen forumseinträgen nicht schlau geworden bin, wollte ich mal hier in die runde fragen, ob noch jemand lust hat, sich darüber weiter auszutauschen.
am liebsten über pn oder mail an: fraeuleinherz at yahoo.de
liebe grüße
tatiana
my-meerkat 28.05.2008 13:08Hallo Tatjana,
ich finde in den Läden auf Kommission verkaufen nicht so attraktiv für mich, da die meisten 30 - 35 % wollen und ich das dann auf die Preise draufschlagen müsste... Hab auch einfach schon erlebt, dass meine Sachen dann in irgendeiner Ecke rumstehen und lieblos präsentiert werden, das ist nicht gerade verkaufsförderlich...
Liebe Grüße
Doro
filzregen 28.05.2008 15:00Liebe Tatjana, liebe Doro,
ich mache sehr gute Erfahrungen mit dem Verkauf auf Kommission. Allerdings muss man sich die Läden gut aussuchen und evtl. auch die Präsentationsweise eine Weile beobachten (damit die Dinge eben nicht lieblos in einer Ecke herumstehen....).
Mit den 30% Provision habe ich eigentlich kein Problem, das ist der übliche Rahmen, auch dann, wenn man beispielsweise in einer Galerie ausstellen möchte. Dafür muss ich nicht im Laden stehen, beraten, Ladenmiete bezahlen und die gekauften Dinge schön verpacken, muß keine Standmiete bezahlen, keinen Marktstand aufbauen...
Lust auf Austausch habe ich schon, weiß allerdings nicht genau, was Dich Tatiana am Thema interressiert...?
Liebe Grüße
Susanne
my-meerkat 28.05.2008 17:31Hallo Susanne,
hm, ich finde die 30 % schon happig, denn dann bleibt ja eigentlich nix mehr übrig. Und wenn ich noch 30 % auf die Preise draufschlage, wird nix verkauft. Eine Freundin von mir hat die gleichen Erfahrungen gemacht.Ich habe den Eindruck, dass in Freiburg viele Leute eher "ökige" Sachen kaufen, wenn man was anderes macht, hat man es schwer. Ein Stoffhändler, wo ich gelegentlich auch mal einkaufe, meinte auch, dass die FreiburgerInnen nur Walk kaufen wollen ;-)
Bei mir war es so, dass ich den einen Laden kannte und eigentlich ganz nett fand, den anderen kannte ich nicht, aber da hatte ich Hüte drin und die hatten keinen Hutkopf o. ä. und damit sind sie für Kunden uninteressant präsentiert.
Mit Märkten war es bis jetzt auch nicht sonderlich dolle. Die meisten Sachen haben ich an Freunde und Kollegen verkauft und hier auf Dawanda geht auch mal was. Ich hoffe, dass ich die "Erdmännchenlücke" gut fülle...
Liebe Grüße
Doro
Stine 28.05.2008 20:33Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass sich die Sachen nicht verkaufen, wenn noch 30-40 % aufgeschlagen werden. Gerade bei niedrigpreisigen Artikeln sind die Preise dann völlig wahnwitzig. Ein Laden hat mal Sachen von mir angeboten, aber es wurde nichts verkauft - vielleicht besser so, denn ich hätte daran auch nichts verdient!!
LG,
Stine
kuscheltier-manufaktur 29.05.2008 09:24Ich habe das auch schon gemacht.
Ich habe aber erst den Preis festgelegt, den ich für das verkaufte Produkt erhalte und was der Laden draufschlägt, ist seine Sache.
Nach einer Weile haben wir dann bereits verkaufte Sachen abgerechnet, der Rest blieb im Laden. Ist nicht üppig, aber dafür habe ich auch keine Arbeit.
Man hat nichts zu verlieren und manchmal kommen dadurch auch neue Kunden zu einem selbst.
LG Bärbel
limetrees 29.05.2008 12:13hallo susanne,
warum hast du dem laden nicht einfach einen hutkopf gegeben, damit deine hüte besser präsentiert werden?
wenn ich in anderen geschäften meine schlüsselbänder verkaufe, gebe ich immer einen ständer mit, so dass sie auch angemessen präsentiert werden können.
ich habe noch kein geschäft erlebt, was präsentationshilfen abgelehnt hat. kommission bedeutet für mich nicht, dass ich die gesamte verantwortung dem verkäufer überlasse. in der regel suche ich mir die läden doch so aus, dass es mein produkt dort noch nicht gibt. also gehe ich auch davon aus, dass der händler mir nichts als einen regalboden zur verfügung stellt. manchmal hat man glück und es gibt kleiderbügel oder "köpfe", aber in der regel muß man das doch mitbringen. ich kann doch auch nicht erwarten, dass sich meine händler von 20% provision erst noch einen schlüsselständer kaufen und noch nicht einmal wissen, ob sie überhaupt mit mir geld verdienen, oder?da ich sowohl händler als auch kommissionär bin, habe ich vielleicht ein wenig mehr verständnis für beide seiten ?!
nichts für ungut :-)
viele grüße
bianca
my-meerkat 29.05.2008 12:59@limtrees, das mit dem Hut war ich ;-) ich hab keinen Hutkopf, deshalb.
Liebe Grüße
Doro
rosalia 29.05.2008 22:18Meine Sachen habe ich auch in verschiedenen Läden und bisher auch keine allzu schlechten Erfahrungen gemacht: für den Ladenbesitzer wie für mich besteht kein Risiko, wenn ich (bzw. der Ladenbesitzer/in) verkaufe ist es für uns beide gut gelaufen, wenn nichts verkauft wird auch nicht schlimm, dann nehm ich irgendwann meine Sachen wieder mit.
Und zur Provision: klar sind 20-30 % Provision eine Menge Geld, gerade weil man ja auch in der Regel den Preis am unteren Limit kalkuliert. Aber wer auf Kunsthandwerkermärkten usw. steht weiß auch wieviel Zeit einschließlich Vor- und Nachbereitung dabei draufgeht. Letztendlich hat die Ladenbesitzerin/er ja auch eine Menge Unkosten. Und selbst wenn ich hier ein Produkt einstelle brauche ich von den Fotos bis zum verschickten Produkt eine Menge Zeit. Daher habe ich auch mit der Provision kein Problem.
Liebe Grüße
Klaudia
wingsofglass 30.05.2008 11:41Kommission ist für beide Seiten eine 'halbe Sache', aber unter bestimmten Umständen ganz lustig. Ladenbesitzer muss den Kapitalaufwand für den Einkauf nicht aufbringen und der Lieferant muss den Laden nicht führen und bezahlen. Denke, man kann von niemandem erwarten, irgendetwas ohne Provision zu verkaufen. Entweder gibt der Artikel den Preis her oder es bringt nichts. Wir machen Einkaufspreise für Läden. Der Ladenbesitzer gestaltet den VK selbst. Fällt dann sehr unterschiedlich aus, aber wir reden Ladenbesitzern nicht in ihre Preisgestaltung.
Probleme entstehen, wenn mal was kaputt geht oder geklaut wird. No risk, no fun, aber eben ärgerlich. Weitere Probleme sind Ladenbesitzer, die ihre Finanzen nicht im Griff haben und dicht machen, bevor der Lieferant sein Geld bekommt. Wir haben daher nur Kooperationen mit Ladenbesitzern, die wir gut kennen.
Grüße
Tatjana
frolleinwunder 30.05.2008 14:34ich mache PRINZIPIELL keine kommisionsgeschäfte, (bei höherpreisigen Artikeln ist das etwas anderes)
bei günstigen artikeln und davon gibt es hier einiges, ist es lächerlich, wenn ein interessierter händler sie auf kommisionsbasis nehmen möchte . für den verkäufer bedeutet es mehr arbeit, sachen können verschwinden, keine kontrolle über die präsentation, summa summarum gibt es eine reihe von unerfreulichen faktoren.
meine meinung dazu ist eindeutig die, KAUFEN.
danach kann der händlerIn aufschlagen soviel sie will.
frolleinwunder 30.05.2008 14:38oh jetzt habe ich aber einen harten ton angeschlagen,oder?
ein bisschen kategorisch... ; )
aber auch ein frollein hat prinzipien
fraeuleinherz 30.05.2008 23:00Ihr Lieben,
vielen Dank für eure zahlreichen Beiträge, damit habe ich echt nicht gerechnet! Für mich war es wirklich sehr interessant, einfach nur eure Meinungen zu dem Thema zu hören - lohnt sich Verkauf auf Kommission überhaupt, und wenn ja, was ihr so als angemessene Provision erachtet.
Wirklich eine super Hilfe!!! Mein Fazit bisher: Kommission ja, aber Vorsicht bei den Konditionen und Ladenauswahl.
Liebe Grüße
Tatiana
royal-artists 02.06.2008 13:30So, dann gebe ich auch mal meinen Senf dazu.
Meine bisherige Erfahrung ist eher schlecht. Ich habe Waren hingeschickt, kaum Rückmeldung erhalten. Ja es wurde was verkauft, aber was, weiss ich nicht. Dann wurde diese Liäson wieder beendet. Bis heute kein Geld und keine Ware erhalten. Kann jetzt jede Woche um meine Sachen betteln. Nicht sehr schön.
Aber aufgeben wollte ich nicht.
Habe jetzt jemand gefunden, wo alles Hand und Fuß hat. Mit Vertrag, alles geregelt. Ich schreibe dann genau auf was ich hinschicke usw. Wir haben auch schriftlich geregelt das ich informiert werde wie es läuft oder auch nicht läuft. Dann können beide Parteien noch was ändern.
Zu der Provision - das ist völlig okay. Der Ladenbesitzer trägt das Risiko und wenn ich gut mit ihm zusammenarbeite haben beide Seiten was davon. Bei kleineren Preisen kann man die Provision schon draufmachen bei den größeren überlege ich mir halt einen Mittelwert.
So, nun genug geschrieben
LG Kerstin
vonamper 02.06.2008 23:59zum thema provision.
ich arbeite selber im einzelhandel und da sind ca. 50 % üblich. Das heißt ein Verkaufspreis von 19,95 € (Endverbraucher) ist ein Einkaufspreis für das Geschäft von 10-11 €.
Somit sind 30 % noch günstig.
Jetzt kann man sich ausrechen wie günstig viele Waren in der Herstellung wirklich sind wenn auch der Hersteller natürlich noch Gewinn macht.
Schmucksache 05.06.2008 12:16Hallo miteinander,
Kommissionsverkauf hat für mich auch Vor- und Nachteile, die ja schon häufig aufgezählt wurden. Ich finde die Idee von frolleinwunder gut und überlege mir, Kleinkram nur noch zu verkaufen. Aber etwas, was mich mehr beschäftigt:
(nicht nur) @Doro: du schreibst weiter oben "ich finde die 30% schon happig, dann bleibt ja eigentlich nix mehr übrig."Da frage ich mich und eigentlich auch euch alle, wie ihr so auf eure Preise kommt. Falls das euer "Betriebsgeheimnis" ist, braucht ihr mir darauf nicht zu antworten, aber wenn ich auf den Materialwert 30% draufschlage und das der Endpreis wäre, dann wäre es wirklich etwas wenig, was dabei rumkommt, für die Arbeitszeit und so? Das fände ich sehr unbefriedigend. Schaut ihr eher, wie viele Stunden ihr braucht für etwas oder eher, was etwas anderes ähnliches woanders ungefähr kostet? Das interessiert mich wirklich.
Viele Grüße,
Alaka
Schmucksache 05.06.2008 12:17Ach ja, Doro, Danke vielmals nochmals für deine zahlreichen Tips!!
Alaka
Elfenzaubereien 05.06.2008 13:58Hallo alle zusammen,
mmhmm, ich muss hier gestehen, ich habe supergute Erfahrungen mit Kommissionsware gemacht. Ich arbeite mit einer Galerie zusammen. Gemeinsam mit der Galeristin überlege ich, was momentan wohl interessant sein könnte. Nachdem ich es gefertigt habe, sage ich ihr meinen Preis. Da sie natürlich viel mehr Kosten hat als ich, kalkuliert sie ihre Sachen völlig selbstständig. Da es ihr natürlich auch um einen Verkauf geht, präsentiert sie jedes Teil unheimlich schön und so ist es für alle Beteiligten lohnend.
Mittlerweile sind wir sogar fast schon ein wenig befreundet und arbeiten immer mehr Hand in Hand und es macht einen Riesenspass!!!!
Also, probiert es ruhig mal aus, es müssen nur im Vorfeld ganz klare Absprachen erfolgt sein.
Liebe Grüße Sabine
Elfenzaubereien 05.06.2008 13:58Hallo alle zusammen,
mmhmm, ich muss hier gestehen, ich habe supergute Erfahrungen mit Kommissionsware gemacht. Ich arbeite mit einer Galerie zusammen. Gemeinsam mit der Galeristin überlege ich, was momentan wohl interessant sein könnte. Nachdem ich es gefertigt habe, sage ich ihr meinen Preis. Da sie natürlich viel mehr Kosten hat als ich, kalkuliert sie ihre Sachen völlig selbstständig. Da es ihr natürlich auch um einen Verkauf geht, präsentiert sie jedes Teil unheimlich schön und so ist es für alle Beteiligten lohnend.
Mittlerweile sind wir sogar fast schon ein wenig befreundet und arbeiten immer mehr Hand in Hand und es macht einen Riesenspass!!!!
Also, probiert es ruhig mal aus, es müssen nur im Vorfeld ganz klare Absprachen erfolgt sein.
Liebe Grüße Sabine
meinHalsband 28.06.2008 13:13Hallo Ihr Lieben,
also ich sehe die Sache eigentlich wie frolleinwunder. Artikel die für mich im EK nicht soooo teuer sind und die ich gerne in meinem Laden hätte kaufe ich direkt. Das Ganze ist ja sonst auch für mich als Ladenbesitzer viel mehr Aufwand als Gewinn (ausser ich habe zu viel Zeit übrig *g*).
Wir verkaufen bei uns im Laden z.B. Lederhalsbänder (auch Sonderanfertigungen). Da hier der Preis doch etwas höher liegt haben wir eine Auswahl auf Kommision. Sobald der Artikel verkauft wurde geht der abgesprochene EK an die Herstellerin. Zu welchem Preis wir die Halsbänder verkaufen bleibt unsere Sache. Ich denke der Gewinn ist für beide Seiten nicht gerade berauschend ;-). Ich sehe das allerdings so: wir ergänzen durch diese Artikel unser Sortiment, locken vielleicht auch neue Kunden zu uns, dafür präsentieren wir die Lederprodukte auch immer fleissig im Laden, auf Messen und Ausstellungen und verweisen unsere Kunden auch mal direkt an die Herstellerin.
Eine Hand wäscht die andere ;-). Und solange es Spaß macht...Liebe Grüße Sandra




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