die faszination des wortes liegt in der interpretationsvielfalt. meist einzeln herausgestellt, einem gesamtkontext entrissen, teils sogar aus einem anderen wort herausgeschnitten, bergen worte nur all zu oft eine tiefe ironie und grossen bedeutungsreichtum in sich, der leider durch den täglichen sehr unbewussten umgang innerhalb unserer sprache meist an der bewussten wahrnehmung vorbeischlittert. die intensive auseinandersetzung mit einem wort kann oft bei verschiedenen menschen
grundverschiedene, ja sogar völlig gegensetzliche, assoziationsketten in gang setzen. so funktionieren meine karten mitunter paradox, wenn sie gleichsam als hochzeitskarte und aber auch als seitenhieb bei einer trennung zum einsatz kommen.
wenn ich streetart mit einbeziehe, dann entweder nur, weil mich ein vielschichtiges wort anspringt, weil ich mich mit einem hingesprühten spruch nur all zu sehr identifizieren kann, oder weil ich hochachtung davor habe, dass jemand ein liebesbekenntnis in schwindelnder höhe übergross an eine hauswand malt. immer bin ich dabei der überzeugung, dass durch diese weiterverarbeitung von streetart etwas eine chance bekommt, weiter transportiert zu werden, als es in der puren kurzlebigen eigenschaft der streetart eigentlich der fall wäre und mehr menschen eine freude bereitet, zum schmunzeln bringt und/oder zum nachdenken anregt.
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